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Judo in Visbek

Judo in Visbek, das ist schon seit 2001 möglich

 

Die Judo-Tiger trainieren seit Beginn 2001 in der kleinen Sporthalle an der Kirchstraße. 

 

Die Judoabteilung des Sportvereins Rot-Weiß Visbek e.V. wurde schon im Sommer 2000 durch die Initiative mehrerer Eltern ins Leben gerufen. Bis dahin mussten die Kinder von den Eltern zum Training nach Vechta bzw. Wildeshausen gebracht werden. 

Als Judotrainerin konnte Ulrike Seeger gewonnen werden, die nach den Sommerferien das Training in Visbek übernahm. Jetzt fehlte nur noch ein Hallenplatz. Das war schwieriger als zunächst gedacht. Doch der Vorstand von Rot-Weiß Visbek unterstützte die Idee und stellte Hallenzeiten (freitags nach dem Lehrersport) zur Verfügung und kaufte eine Erstausstattung an neuen Judomatten. Die Investitionen waren durchaus ein Risiko, da man nicht wusste, wie die neue Abteilung angenommen werden würde.

Unter der Leitung von Martin Vogelsang, als Initiator und Bindeglied zum Verein, nahmen Ulrike Seeger aus Dinklage und Alexandra Thölking aus Visbek das Training mit ca. 20 Kindern auf. Ohne Werbung, nur mit Mundpropaganda, wuchs die Judogruppe stetig.

 

Seit Gründung der Abteilung ist Lena Vogelsang dabei und engagiert sich auch als Trainerin im Verein. Sie steht zu den Judo-Tigern und dies wurde auch durch mehrere Ehrungen anerkannt. 2010 Judoka des Jahres, 2014 Mannschaft des Jahres mit den Trainern und 2017 dann der Höhepunkt mit Sportlerin des Jahres des Rot-Weiß Visbek e.V.

 

Offiziell wurde dann die neue Judo-Abteilung im Januar 2001 gegründet.

 

In unregelmäßigen Abständen wurden die Prüfungen zu neuen Gürtelfarben durch auswärtige Prüfer abgenommen. Auf Grund der zunehmenden Gruppenstärke wurden die Judoka in zwei Gruppen aufgeteilt, die Anfänger und die Fortgeschrittenen.

 

Im Jahre 2004 kamen Jens Thölking und Norbert Werner als Trainer dazu, um die dann schon bis zu 60 Kinder zu trainieren und auf Gürtelprüfungen vorzubereiten. 

 

Alexandra Thölking musste inzwischen leider ihre Übungsleitertätigkeiten aufgeben. 

 

Seit 2006 zählte auch ein DAN-Träger (Meistergrad) zum Team der „Judo-Tiger“. Tobias Kostka wechselte zu den Visbekern, um in seinem neuen Wohnort als Trainer aktiv zu sein. Aus den eigenen Reihen konnten dann Lena Vogelsang, Karin Holzenkamp, Sebastian Nageler, Marvin Paternoga und Lars Vogelsang als Übungsleiter gewonnen werden, um den Judonachwuchs heranzuführen. Das heutige Trainerteam besteht aus 3 Übungsleitern B, 12 Übungsleitern C und 7 Assistenztrainern. Was die Qualität des Trainings ausmacht. Seit ein paar Jahren gibt es auch noch einen weiteren DAN-Träger Noel Aszmons, der seine Kenntnisse in Visbek erwarb und vertiefte.

 

Nach der Teilnahme an einigen Judoturnieren in der Umgebung kam der Wunsch nach einem Abteilungs-Namen auf. Vorschläge wurden gesammelt und eine Abstimmung unter den Mitgliedern ergab dann: Die Visbeker Judoka wollten in Zukunft „Judo-Tiger Visbek“ heißen.

 

Das Gebiet aus dem die Sportler kommen, erstreckt sich weitläufig um Visbek. Die Judoka kommen aus Cloppenburg, Wildeshausen, Dötlingen, Goldenstedt, Twistringen, Lutten, Vechta, Langförden, Steinfeld und Bühren, um bis zu dreimal wöchentlich in Visbek zu trainieren.

 

Ein vorläufiger Höhepunkt der Judo-Abteilung war im Jahr 2007 die feierliche Ernennung von Ulrike Seeger zur Sportlerin des Jahres in Visbek im Rahmen des Sportlerballs. In den folgenden Jahren machten dann auch andere Judoka auf sich aufmerksam. 2014 wurde das Trainerteam Mannschaft des Jahres. Im Jahr 2015 bekam Stephan Tönjes für seine Erfolge den Preis „Sportler des Jahres“. 2017 folgten ihm Lena Vogelsang und 2018 Mia Thölke als Sportlerin des Jahres. Für die großen Erfolge der vorangegangenen Jahre wurde die U18 Damenmannschaft für ihre Erfolge auf Niedersachen- und Norddeutscher Ebene geehrte. Sie wurden Mannschaft des Jahres 2019. Somit konnten die Judo-Tiger sehr viele Ehrungen der letzten Jahre verbuchen.

 

Ende 2009 gab Ulrike Seeger ihr Amt als Abteilungs- und Übungsleiterin auf und setzte sich verdient in den Judoruhestand. Tobias Kostka übernahm die Aufgaben der Mitgründerin der Abteilung.

 

In den letzten Jahren haben die „Judo-Tiger“ durch verschiedene Sportaktionen auf sich aufmerksam gemacht. Hierzu zählen:

  • Judo als Ferienpassaktion,

  • Vorführungen auf dem Mitsommermarkt,

  • Vorführungen beim Schützenfest,

  • Vorführungen bei der Generalversammlung des Visbeker Heimatvereins

  • größere Vorführung 2010 beim Münsterlandtag in der Sporthalle der Benedikt-Schule

  • uvm.

Bei jedem Auftritt sorgten die Judo-Tiger für begeisterte Zuschauer. 

 

Auch die Gerbertschule freut sich seit 2008 über eine Abwechslung im Sportunterricht, bei dem ein Judo-Trainerteam den Sportunterricht ein Mal jährlich, abwechslungsreich übernimmt. Durch diese Aktionen können die „Judo-Tiger“ sich nicht über mangelnden Nachwuchs beklagen.

 

Die Gruppen wachsen stetig an, nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene im Alter ab 18 bis 70 Jahre werden aktiv. Die Judoabteilung verfügt zurzeit über mehr als 150 aktive Sportler, die in verschiedenen Gruppen trainieren. 

 

Der Sportverein Rot-Weiß Visbek e.V. bietet seit 2018 Judo für Menschen mit Beeinträchtigung an. Die ID-Judogruppe trainiert jeden Donnerstag in der Sporthalle an der Kirchstr. Die Judo-Tiger haben dafür eigens drei Übungsleiter ausgebildet, die diese Gruppe mit weiteren Assistenztrainern leiten. 

Die Idee Endstand durch die Initiatoren Lena Vogelsang, Noel Aszmons und Abteilungsleiter Tobias Kostka, die alle in einem sozialen Berufsfeld mit Menschen arbeiten, die eine Beeinträchtigung haben. „es war für uns auch eine Herzenssache, dieses Angebot zu schaffen“, teilte Lena Vogelsang mit. Bisher gab es dieses Angebot nicht in der Region und die Umsetzung bereitete einige Hürden, die die Gründer aber überwanden. Vor allen ist dem FC Varnhorn und der Fußballabteilung des RW Visbek Dank auszusprechen, die auf Ihre Hallenzeiten zu Gunsten der neugegründeten ID-Gruppe verzichtet haben. In Zusammenarbeit mit regionalen caritativen Einrichtungen und anderen Vereinen konnte die Gruppe dann starten.

 

Ebenfalls wurde in 2018 die Bambinogruppe für Kinder zwischen 4 und 6 Jahren gegründet. Hier erlangen die Kinder durch einen hohen Betreuungsschlüssel Anleitungen und Hilfe zu motorischen Übungen und sozialen Fähigkeiten. Hier wird vor allem da angesetzt, wo es Kindergärten und Schulen manchmal an Zeit mangelt. 

 

Als Höhepunkt im Judojahr sehen die Visbeker Judoka ihr eigenes Turnier an. Seit 2007 findet jährlich mit immer mehr Teilnehmern der „Tiger-Cup“ ins Visbek statt. Von 2014 bis 2019 konnte Adidas als Sponsor für dieses prestigeträchtige Turnier gewonnen werden. Ab 2020 übernahm der Sportartikellieferant Phoenix Budosport, als Vertrieb für Adidas den Platz als Hauptsponsor. Leider fand wegen der Coronakrise das Turnier nicht statt.

Im Jahr 2019 kamen über 640 Judoka aus 50 Vereinen aus dem ganzen Bundesgebiet und den Niederlanden in Visbek zusammen, um die begehrten Preise zu gewinnen. Dies ist auch für andere Vereine ein nicht alltägliches Turnier. Gelobt wurden hier vor allem die gute Organisation und Zusammenarbeit der Abteilung mit den ehrenamtlichen Helfern, Eltern und natürlich den Sportlern selbst.

 

Aber auch Meisterschaften auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Norddeutscher Ebene wurden schon erfolgreich in Visbek durchgeführt. Bei solchen Meisterschaften errangen die „Judo-Tiger“ in den vergangenen Jahren gute Plätze unter den ersten Drei, zu viele um alle aufzuführen. 

Die erfolgreichsten Wettkämpfer verbuchen die Judo-Tiger bei den Damen. Hier fuhren die U14-U18 Damen schon mehrfach als beste Mannschaft aus Niedersachsen zu den Deutschen Meisterschaften.

Auch einzeln kann man hier große Erfolge verbuchen. Mia Thölke und Stephan Tönjes sind mehrfach als Platzierte bei den Norddeutschen Meisterschaften zu den Deutschen Meisterschaften gereist, um als Teilnehmer dort mitzukämpfen. Weitere Teilnehmer an Deutschen Einzelmeisterschaften waren unter anderem Victoria Dartsch, Carolin Tönnies, Jana Bauerfeld, Freija Koster und Julia Peters.

 

Der Verein bietet seinen Sportlern auch besondere Momente mit Olympiasiegern. So kam 2011 und 2012 Ole Bischof Goldmedaillengewinner von Peking und Silbermedaillengewinner von London nach Visbek, um mit den Judo-Tigern zu trainieren.

2014 konnte der Olympiadritte von London, Andreas Tölzer beim Training begrüßt werden, der ebenfalls sehr erfolgreiche Judoka verbrachte einen ganzen Trainingstag mit den Sportlern, um ihm seine Olympischen Erfolgstechniken zu vermitteln. Aber auch der Olympiagold- und Silbermedaillengewinner Frank Wieneke kam schon mehrfach nach Visbek, um seine Erfahrungen weiterzugeben. Er war lange Zeit Bundestrainer und brachte Ole Bischof zur Goldmedaille in Peking.

 

Tobias Kostka sagt, „Wir sind eine große Familie, hier soll sich jeder wohlfühlen.“

 

Bei den Judo-Tigern wird aber nicht nur der Judo-Sport großgeschrieben. Auch drum herum gibt es immer wieder Freizeitmaßnahmen, die Bestandteil der Aktionen der Judoabteilung sind. Hier wurden schon Grillfeste mit Zelten, Sommerlager und auch gemeinsame Kinobesuche durchgeführt. Im Jubiläumsjahr 2011 stand zum ersten Mal ein Sommerzeltlager der Abteilung über eine Woche an! Seit diesem Sommerzeltlager fand jedes Jahr eine Freizeit für die Kinder ab 6 Jahren statt. Weiterhin bietet die Judoabteilung Fahrten zu besonderen Ereignissen, wie den Judo GrandSlam in Düsseldorf, Int. Deutschen Meisterschaften im ID Judo uvm. Übernachtungen mit über 100 Teilnehmern in der Sporthalle oder auch Fahrten zum Phantasialand gehören zu den Highlights der letzten Jahre.

 

Interessierte ab 4 Jahren haben die Möglichkeit am Training teilzunehmen. Aber auch älteren Jugendlichen und Erwachsenen steht die Tür immer offen. Judo fördert die Reaktionsfähigkeit, Kraft und Gewandtheit. Es stärkt das Selbstbewusstsein, erzieht zur Höflichkeit, Achtung, Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen. Weiterhin baut Judo Stress ab und steigert das Wohlbefinden. Viele gute Gründe auch mal beim Training vorbei zu sehen und mitzumachen.

 

In diesem Jahr wollen die Tiger mit einem Sommerfest das kleine Jubiläum feiern, sofern Corona das zulässt. Sportlich gesehen kann man zurzeit noch keine Planung machen. „Wir hoffen darauf, dass alle gesund durch die Pandemie kommen und wir wieder gemeinsam Judo machen können“, teilte Tobias Kostka mit.